Das Christenhaus

cover_christenhaus_halbfasHubertus Halbfas, Das Christenhaus
Literatur und Religion – Ein Lesewerk, Bd. 1;  Patrmos Verlag (2015), 263 Seiten, gebunden,
€ 30,00

Selten ist der kritische Umgang mit der Theologie der letzten drei Jahrhunderte so spannend, faszinierend und intelligent zwischen zwei Buchdeckel gepresst worden. Hubertus Halbfas beschäftigt die Frage, wie es dazu kam, dass literarische Texte zwar von vielen Menschen gelesen aber von der Theologie lange Zeit überhaupt nicht beachtet wurden. Dabei hat sich die Literatur gerade auch mit theologischen Themen auseinandergesetzt, mehr oder weniger wertschätzend aber auch kritisch hinterfragend, zweifelnd und herausfordernd. „Vielleicht hält Gott sich einige Dichter“ heißt es bei Kurt Marti, „damit das Reden von ihm jene heilige Unberechenbarkeit bewahre, die den Priestern und Theologen bereits abhandengekommen ist“. Ein engagiertes Lesen und ‚Nach‘-Denken anhand des von Hubertus Halbfas zusammengestellten Lesewerkes ist äußerst lohnenswert.

halbfas_portrait_wikipediaJedes der neun großen Kapitel wird durch eine theolo-gische Fragestellung eingeleitet. Es kann sich dabei aber auch um ein Zurechtrücken dessen handeln, wie Welt und Glaube bzw. wie Literatur und Religion aneinander vor-beigelebt, -gewirkt und gehandelt haben.

Die literarischen Texte werden nicht einfach aneinander-gereiht, sondern sie deuten sich in zweifacher Hinsicht. Einerseits durch einen kurzen Lebenslauf, der begleitend auf das Anliegen des Geschriebenen hinweist, andrerseits aber auch durch einen Kommentar von anderen bedeutenden Schriftstellern.

Im Anschluss an ‚Das Christenhaus‘ sind von Hubertus Halbfas im Jahr 2016 ‚Das Menschenhaus‘ und ‚Das Welthaus‘, erschienen. Auch diese beiden Bände sind eine Fundgrube für Menschen, denen das Zusammenspiel von Literatur und Theologie ein Anliegen ist, weil dadurch die Verortung von Glaubensaussagen in der Welt eine neue Bedeutung erhält. Das Lesewerk von Hubertus Halbfas ist eine Sammlung von unvergleichlichem Reichtum und ich wünsche ihm viele interessierte Leserinnen und Leser. (Dr. Christine Bertl-Anker)

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